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Longevity-Trends im Check: Was bringen Eisbad, Sauerstoff und Co. wirklich?

Rotlicht, hyperbare Sauerstofftherapie, Eisbäder und Infusionen – das Frankfurter Unternehmen Recover Society bewirbt diese Verfahren als Programm gegen das Altern.

aktualisiert 13. September 2026

Longevity-Trends im Check: Was bringen Eisbad, Sauerstoff und Co. wirklich?

Trend-Anwendungen für Longevity - was bringen sie wirklich?

Wie hessenschau.de berichtet, haben die Gründer Marcus Naumann und Nicolai Gropper dafür vor einem Jahr in der sechsten Etage des Roomers Hotels einen Recovery Hub eröffnet und den Arzt Dominik Duscher als medizinischen Partner hinzugezogen. Für alle, die Regeneration ernst nehmen und nicht auf Marketingversprechen hereinfallen wollen, lohnt ein Blick auf die aktuelle Studienlage.

Was die Wissenschaft tatsächlich belegt

Forschende der Yale University haben in einer aktuellen Studie im Fachmagazin Nature Medicine 51 verschiedene Longevity-Interventionen untersucht. Sie fanden Veränderungen bei biologischen Alterungsmarkern, konnten jedoch nicht bestätigen, dass diese messbaren Verschiebungen tatsächlich zu einem längeren oder gesünderen Leben führen. Auch Björn Schumacher, Altersforscher an der Universität Köln, sieht die Datenlage für die meisten Anwendungen als "weniger klar" an. Die Studien seien bisher zu klein und zu wenig kontrolliert, um belastbare Aussagen zu stützen.

Hyperbare Sauerstofftherapie als belastbarste Ausnahme

Eine Methode schneidet nach Schumachers Einschätzung besser ab: die hyperbare Sauerstofftherapie. Dabei sitzen Nutzerinnen in einer kammerartigen Kabine, in der der Umgebungsdruck schrittweise erhöht wird. Über eine Maske atmen sie ein Gasgemisch mit knapp 94 Prozent Sauerstoff ein – gegenüber etwa 21 Prozent in normaler Raumluft. Diese Form der Behandlung wird bereits klinisch eingesetzt, unter anderem bei Dekompressionserkrankungen und chronischen Wunden, und gilt als jenes Verfahren, für das es die meisten Hinweise auf einen physiologisch messbaren Effekt gibt.

Worauf Anwenderinnen achten sollten

Wer Regeneration wissenschaftlich ernst nimmt, sollte drei Punkte im Blick behalten: Erstens ist die Verschiebung eines Biomarkers noch kein Beleg für verlangsamtes Altern – Korrelation bedeutet nicht Kausalität. Zweitens fehlen für die meisten beworbenen Verfahren randomisierte, placebokontrollierte Studien mit aussagekräftigen Endpunkten. Drittens lohnt es sich, vor jeder Anwendung die zugrundeliegende Studienlage gezielt zu prüfen und das Versprechen einzelner Anbieter nicht ungeprüft zu übernehmen.

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